Bildung: Kinder und Jugend

Lernen in Laatzen: Beste Bildung von Anfang an

Bildung ist die Voraussetzung für selbstbestimmtes Leben und Teilhabe an der Gesellschaft. Alle Menschen haben ein Recht auf gute Bildung, deshalb brauchen wir gut ausgestattete Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen, mit gut ausgebildeten und zufriedenen Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen und pädagogischen Fachkräften. Moderne Räumlichkeiten mit genügend Platz und einer zeitgemäßen digitalen Ausstattung bieten gute Bedingungen für Kinder und Beschäftigte in den Bildungseinrichtungen unserer Stadt.

Aktuell und in den nächsten Jahren wird in Laatzen viel in die Bildung und in den Neubau oder Ausbau mehrerer Kitas, Grundschulen und der beiden großen weiterführenden Schulzentren investiert. Aspekte der Inklusion und Integration müssen dabei in die Neubaukonzepte einbezogen werden. Wir Grüne begrüßen diese Investitionen in die Lernumgebung, in die Zukunft unserer Kinder und somit unserer Stadt.

Rahmenbedingungen guten Lernens

Digitale Lernmittel und freies WLAN an allen Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Plätzen in Laatzen sind infrastrukturelle Grundlagen für digitale Bildung. Die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn wichtige Entwicklungen verpasst oder zu langsam angegangen werden.

Unsere außerschulischen Lernorte sollen genutzt werden, um das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung in den Kitas und Schulen zu stärken. Gesunde und schmackhafte Ernährung in den Mensen der Schulen und in den Kitas, möglichst aus der Region, ökologisch angebaut und frisch zubereitet, ist wichtig für die Entwicklung unserer Kinder. Die Auswahl von Dienstleistern kann daher nicht nur nach Kostenaspekten erfolgen. Neue Kitas und Schulen sollten über eine eigene Küche verfügen.

Vielen Kindern mangelt es an Bewegung und sozialen Kontakten. Kinder brauchen Spielräume. Außengelände von Kitas und Schulen, insbesondere von Grundschulen, sollten großzügig bemessen und mit abwechslungsreichen Spielangeboten ausgestattet werden. Dieses Angebot soll in der Ganztagsbetreuung, anschließend auch an Wochenenden genutzt werden können.

Soziale Benachteiligung

Bildungswege und Bildungserfolg dürfen nicht von der sozialen Herkunft abhängen. In Deutschland ist dies viel zu oft der Fall. Daher sind Maßnahmen, die zu mehr Chancengerechtigkeit führen, eine Aufgabe für Politik, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft.

Der Anteil von benachteiligten Kindern ist in Laatzen im Regionsvergleich besonders hoch. Viele Familien sind berechtigt, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu beziehen. In der Vergangenheit haben diese Leistungen aber nicht alle Familien erreicht – das muss anders werden.

Armutsprävention ist auch eine kommunale Aufgabe. Deshalb hat sich 2019 auf Initiative der GRÜNEN ein „Runder Tisch gegen Kinderarmut“ in Laatzen gebildet, der fortgeführt werden soll.

Der Zuschuss für Mittagessen in den Mensen soll so gestaltet werden, dass sich alle Kinder ein Mittagessen leisten können.

Krippen und Kindertagesstätten

Frühkindliche Bildung ist wichtig, die Weichen für den späteren Lebensweg werden früh gestellt. Die dritte Kraft in Krippen war in Laatzen bereits Realität im Rahmen des „Laatzener

Profils für Bildung und Betreuung“, bevor das Land sie beschloss. Wir fordern die Einführung der dritten Kraft auch in den Kindergartengruppen. Die Verbesserung des Personalschlüssels im Kindergartenbereich ist längst überfällig. Dies würde auch die Sprachförderung verbessern. Der Einsatz von Sprachförderkräften zur Verstärkung der Teams sollte von allen Kitas genutzt werden.

Wir Grüne haben uns für die Qualitätsverbesserung in den Kitas eingesetzt und ihr auch den Vorrang gegenüber der vom Land beschlossenen Beitragsfreiheit für alle gegeben. Diese Grüne Position vertreten wir weiterhin und fühlen uns aktuell darin bestätigt.

Kitas, die einen Garten oder zumindest ein Hochbeet anlegen wollen, wollen wir unterstützen. Der Antrag unserer Ratsgruppe mit diesem Ziel wurde 2021 bereits vom Rat beschlossen.

Grundschulen und weiterführende Schulen

Das „Laatzener Profil für Bildung und Betreuung“ wollen wir erhalten und werden es auch in Zeiten knapper Ressourcen verteidigen und gegebenenfalls um neue Punkte und Bereiche erweitern.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Grundschulen in Laatzen Ganztagsschule werden können. Dabei ist es wichtig, den Prozess gemeinsam mit den Schulen zu gestalten, wobei unterschiedliche Konzepte vorstellbar sind. Entscheidend ist, dass ein hoher Qualitätsstandard in der Betreuung sichergestellt ist, der die Mitarbeit von Fachkräften multiprofessioneller Teams einschließt. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter wird voraussichtlich bis 2026 kommen.

Wir sprechen uns dafür aus, die Sommerschule wieder in Laatzen durchzuführen und möchten sie als Angebot für die Zukunft fest etablieren. Kinder sind unterschiedlich stark von den Bedingungen des Homeschoolings und Distanzlernens betroffen, sodass teils gravierende Lernrückstände und Bildungslücken entstanden sind. In vielen Familien besteht aber auch generell ein Bedarf an Unterstützung und Förderung der Kinder, die im Schuljahr Schwierigkeiten haben. Wir begrüßen die geschaffenen Möglichkeiten verschiedener Institutionen in Laatzen, Kindern außerhalb der Schule Lernförderung anzubieten.

Wir halten es für sinnvoll, die vorhandenen Strukturen und Erfahrungen der Leine-VHS und anderer Institutionen als etablierte Bildungsträger für die Lernförderung einzusetzen. Wir streben eine langfristige Lösung an, damit dieses Angebot bestehen bleiben kann. Sowohl die Räumlichkeiten und das Gelände der Schulen als auch außerschulische Lernorte in Laatzen sollten dafür genutzt werden.

Integration und Inklusion haben die Anforderungen an Schulen, aber auch die Belastung der Lehrkräfte merklich erhöht. Die Unterstützung der Schüler und Lehrkräfte durch Schulsozialarbeiter und Schulbegleitungen ist wichtig und muss weiter ausgebaut werden. Mehrsprachigkeit der Schüler ist zudem eine wichtige Ressource mit Potential. Neben dem Erlernen der deutschen Sprache sollte das Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht ebenfalls gefördert werden.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:

  • Einführung einer dritten Kraft in Kita-Gruppen
  • Erhalt des „Laatzener Profils für Bildung und Betreuung“
  • Förderung von Volkshochschule, Kunst- und Musikschulen und anderen Bildungsträgern
  • Weiterentwicklung des „Runden Tischs gegen Kinderarmut“
  • Weiterentwicklung der Grundschulen in Laatzen zu Ganztagsschulen bei Sicherstellung von fachlichen Qualitätsstandards
  • Ausbau und Betreuung der technischen Ausstattung der Schulen
  • Erhalt und Ausbau von außerschulischen Lernorten
  • Gestaltung der Außengelände mit abwechslungsreichen Spielangeboten und Prüfung der freien außerschulischen Nutzung
  • Schulische Außengelände mit abwechslungsreichen Spielangeboten
  • Verstetigung des Angebotes der Lernförderung der VHS und anderer zur Unterstützung förderbedürftiger Schülerinnen und Schüler
  • Freies WLAN an Schulen, Jugendzentren und öffentlichen Plätzen
  • Gesunde Ernährung, insbesondere Berücksichtigung von Qualität und Lebensmittelherkunft bei der Auswahl von Essenslieferanten für die Mensen sowie Zuschuss zum Essensgeld für bedürftige Kinder