Wirtschaft und Finanzen

Wirtschaften in Laatzen: Nachhaltigkeit und Wirtschaft zusammenbringen

Klimaschutz erfordert eine vielfältige, ressourcenschonende und nachhaltige Wirtschaft, die langfristig gute Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft. Dabei setzen wir auf eine ausgewogene Mischung von Dienstleistungen, Verwaltung, Handwerk, Landwirtschaft, produzierendem Gewerbe und Kulturbereich. Zwischen Wirtschaft und Umwelt gehört für uns kein „oder“, denn wirtschaftlicher Erfolg sichert Arbeitsplätze und Investitionen in Klimaschutz.

Umwelt- und Klimaschutzanforderungen sind eine Chance, Unternehmen nachhaltig aufzustellen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die das sich wandelnde Verbraucherverhalten berücksichtigen und neue Märkte erschließen. Kleinere und mittelständische Unternehmen sowie Existenzgründungen müssen unterstützt werden. Dabei stehen innovative ökologische Projekte, Digitalisierungsvorhaben und der Aufbau neuer, zukunftsfähiger Arbeitsplätze im Vordergrund.

Entwicklung Einzelhandel und Stadtzentrum

Der stationäre Einzelhandel gerät auch in Laatzen durch den rasant wachsenden Online-Handel unter Druck. Der hybride Einzelhandel, also das Zusammendenken von Online- und stationärem Handel, muss Teil der Lösung werden, die in einem Masterplan „Smarter Handel Laatzen“ entwickelt wird. Mit der Nutzung einer regionalen Online-Plattform können Einzelhändler*innen ihre Kundschaft online informieren, die damit aus der Kombination von digitaler Information, Beratung vor Ort und schneller Verfügbarkeit der Waren profitieren können. Durch eine kluge Stadtentwicklungspolitik wollen wir zudem unser Stadtzentrum und die Ortskerne lebenswerter und attraktiver machen.

Gute Arbeit und Ausbildung

Die Sicherung von Fachkräften wird zunehmend zu einem bedeutsamen Standortfaktor. Deshalb setzen wir uns für eine systematische Erfassung der Bedarfe der örtlichen Wirtschaft und die Etablierung entsprechender Aus- und Fortbildungsangebote ein. Wir möchten jungen Menschen eine attraktive Alternative zu akademischen Laufbahnen anbieten. Vor allem das Handwerk verdient und benötigt engagierten Nachwuchs, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft durch Klimaschutz und Wärmewende anpacken wollen.

Arbeitsplätze in unserer Stadt müssen fair bezahlt werden und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen bieten. Arbeitgeber*innen, die sich durch unethische Geschäftspraktiken einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, werden entsprechend gesetzlicher Regelungen sanktioniert.

Alle, die eine Ausbildung absolvieren wollen, sollten dies auch in einem Ausbildungsbetrieb tun können. Die Stadtverwaltung hat hier als große Arbeitgeberin eine Vorbildfunktion. Dort, wo es Probleme mit dem Ausbildungsangebot gibt, bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten.

Gewerbestandorte und Nutzungsmischung

Fläche ist nicht vermehrbar! Wir benötigen ein Gewerbeflächenmanagement, das in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen auf einen sparsamen Umgang mit der Fläche setzt, anstatt sich mit vermeintlich attraktiven Ansiedlungsangeboten gegenseitig zu

unterbieten. Die Entwicklung weiterer Gewerbestandorte muss an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet sein.

Eine Stadt der kurzen Wege lässt sich durch eine Nutzungsmischung erreichen. Durch die planungsrechtliche Ausweisung eines sogenannten „urbanen Gebietes“ können produzierendes Gewerbe, Büroflächen, Co-Working-Spaces, Kulturangebote und Wohnstandorte miteinander verzahnt werden.

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Eine wachsende Anzahl von Unternehmen ist längst bereit, Verantwortung im Klimaschutz zu übernehmen. In einer Kooperation von Stadt und Wirtschaft sollen Projekte angestoßen und gefördert werden, die zur baldigen C02-Neutralität sowohl der Stadt als auch der Wirtschaft beitragen. Dazu streben wir gemeinsam mit den Akteuren aus der ansässigen Wirtschaft die Gründung einer kommunalen „Allianz für das Klima“ an. Der Bereich Wirtschaftsförderung der Stadt kann die auf EU-, Bundes- sowie Landesebene angebotenen Förderprograme etwa für Investitionszuschüsse mit regionalem Zuschnitt sondieren und die örtliche Wirtschaft entsprechend informieren und beraten.

Digitale, transparente und bürgernahe Stadtverwaltung

Die Stadt Laatzen ist eine bedeutende wirtschaftliche Akteurin: Sie kauft Produkte und Dienstleistungen ein, beauftragt Selbständige und beschäftigt eine große Anzahl von Mitarbeiter*innen. Diese Wirtschaftskraft soll verantwortlich und vorbildlich auf ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Mitbestimmung beruhen. Eine effiziente, digitale Stadtverwaltung, die bürokratische Last zugunsten schnellerer Planungen und Genehmigungen verringert, soll Betriebe unterstützen, die ökologische Innovationen anstreben.

Laatzen bietet bereits Informationen und Dienstleistungen online an. Weitere digitale Möglichkeiten zur Verbesserung der Transparenz der Verwaltung und des Service sollen genutzt werden. Mehr und einfachere Feedback- und Vorschlagsmöglichkeiten für Nutzer*innen sollen geschaffen werden. Informationen zur Kommunalpolitik und zu den kommunalpolitischen Gremien sollten einfach und gut zugänglich online zur Verfügung stehen.

Fairen Handel beleben

Laatzen ist Fair-Trade-Stadt. Dieser Anspruch muss belebt und fortentwickelt werden.

Hier gilt es, entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten zu fördern, z.B. über eine Aufwertung von Märkten oder durch Unterstützung von Marketing-Strategien für die regionale Landwirtschaft. Auch lokale Initiativen wie Reparatur-Cafés, Unverpackt-Läden, Zero-Waste-Zentren, öffentliche Gärten und Tauschregale können helfen, unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren.

Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:

  • Nutzung einer regionalen Onlineplattform zur Unterstützung des Einzelhandels
  • Systematische Erfassung der Bedarfe örtlicher Betriebe und Etablierung entsprechender Aus- und Fortbildungsangebote
  • Sicherstellen, dass Arbeitsplätze faire und gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen und Vergütungen bieten
  • Etablierung eines Gewerbeflächenmanagements unter Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien in Kooperation mit Nachbarkommunen
  • Gründung einer kommunalen „Allianz für das Klima“ gemeinsam mit Akteuren aus der Wirtschaft
  • Kommunales Beschaffungswesen mit zertifiziertem Nachhaltigkeitssiegel
  • Die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe wird begrüßt, soll aber die ökologischen und sozialen Kriterien der Stadt berücksichtigen.
  • Ausbau der digitalen Informationen und Dienstleistungen der Stadtverwaltung
  • Informationen zu Kommunalpolitik und kommunalpolitischen Gremien umfangreich digital und transparent bereitstellen, um die Beteiligung der Bürger*innen zu vereinfachen